Samstag, 6. Oktober 2012

Das Urteil


Transphobie ist nicht nur eine „Einstellung“ Einzelner, sondern ein mächtiger gesellschaftlicher Diskurs, der nach wie vor Medizin, Kultur und auch Alltagsbeziehungen bestimmt. Und eben auch die Rechtssprechung.
Die Befangenheit von Gerichten kann soweit gehen, die Inhalte von progressiven Guidelines wie den „Altdorfer Empfehlungen“ völlig zu verdrehen und sie für das transphobe juristische Alltagsgeschäft zu missbrauchen.

So geschehen in einem Urteil des Landessozialgerichts Baden-Württemberg im Januar 2012. In diesem Urteil wird behauptet, bestimmte medizinischen Inhalte und Sichtweisen der Altdorfer Empfehlungen – wie Entpathologisierung der Transsexualität und Verständnis als einer gesunde Normvariante – könnten dazu führen, dass künftig die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung für eine operative Behandlung aus dem durch Transsexualität bedingten Leidensdruck verneint und eine solche Behandlung dann der Eigenverantwortung zugewiesen wird. 

Damit wird der Sinn und Zweck der Altdorfer Empfehlungen quasi pervertiert.

Um derartige „Missverständnisse“ auszuräumen, habe ich ein Paper mit dem Titel „Sie sind Ihr Gehirn – in einem falschen Körper“ verfasst, das die Auffassungen des Gerichts zum Thema Transsexualität einer eingehenden neurowissenschaftlichen Analyse unterzieht.
Veröffentlicht wurde das Paper vom Schweizer Verein trans-evidence, welcher sich zum Ziel gesetzt hat, zur wissenschaftlichen Entmythologisierung von Transsexualität beizutragen. 

Zu meinen bisherigen Veröffentlichungen ist anzumerken:

  1. Das Paper „Sie sind Ihr Gehirn – in einem falschen Körper“ ist zugleich Antwort auf die Frage: „Was ist Transsexualität?
  2. Das WHO-Paper geht eher darauf ein, was Transsexualität nicht ist, nämlich keine psychische Störung.
  3. Die Altdorfer Empfehlungen thematisieren, was bei der Begleitung und beim Coaching transsexueller Menschen zu tun bzw. zu unterlassen ist. 

Am 18.10.2012 findet in Wien die Fachkonferenz"Trans*Identitäten" statt, bei der ich ein Referat zum Thema
Sie sind ihr Gehirn - Transsexualität im Spannungsfeld von Neurowissenschaft und Transphobie“ halte und einen Workshop („Aspekte des medizinischen Case-Managements. Trans*-Betreuung ohne transphobe Scheuklappen“) gestalte/moderiere. Alle drei Papers sind meine „inhaltliche Hintergrundsfolie“ für diese Veranstaltung.


Das Paper „Sie sind Ihr Gehirn – in einem falschen Körper“ finden Sie zum Downloaden unter folgendem Link:





Kommentare:

  1. Was ist denn dann Ihre Meinung zu Sophinette Beckers Behauptung: "In jüngster Zeit geht die Forderung nach „Entpathologisierung“ der Transsexualität zunehmend einher mit der Behauptung einer vorgeburtlich gegebenen, ausschließlich (neuro-) biologischen Ätiologie (Transsexualität als Neuro-Intersexualität6: „angeborenes Hirngeschlecht“), die allerdings empirisch so wenig gesichert ist wie alle verallgemeinernden, monokausalen (somatischen oder psychischen) ätiologischen Hypothesen zuvor. (vgl. Meyer-Balburg 2010 und Cohen-Kettenis 2007)."? Quelle: http://www.hivandmore.de/archiv/2012-2/transsexualitaet-geschlechtsidentitaetsstoerung-geschlechtsdysphorie.shtml
    Grüße!
    Juliane Meier

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  2. Die Positionen von Frau Becker sind überholt.
    Eine neurobiologische Ätiologie gibt es nicht, da wir Neurowissenschaftler Trans* nicht als Krankheit ansehen. Bei Trans* gibt es weder organische noch psychische Funktionsstörungen. Das angeborene Hirngeschlecht wird durch zig Studien belegt, die Frau Becker offenbar nicht kennt; s. Sidney Ecker: APA-Jahrestreffen 2009, zusammenfassende Präsentation. Das wäre ein nicht so schwieriger Einstieg für Frau Becker. In den Neurowissenschaften spricht niemand von ausschliesslichen neurobiologischen Ursachen der Transsexualität. Milton Diamond (den sie ja zitiert) hat bereits seit Anfang der 1970er Jahre immer wieder darauf hingewiesen, dass die neurobiologische Ursachen primär sind, aber die Umweltfaktoren sekundär immer zu berücksichtigen sind. Wie wäre sonst z.B. die 70% Konkordanz bei eineiigen Zwillingen erklärbar, denn das bedeutet ja 30% Umwelt und Zufall (Studie von Bijsterveldt). In den Neurowissenschaften spielt Neuroplastizität eine zentrale Rolle, von aktuellen Diskussionen über Epigenetik mal abgesehen.
    Ihr Artikel: Irgendwie liest sich das ganze wie ein Text aus einer vergangenen Epoche.
    Die Zeit der Pathologisiererinnen und Gutachterinnen ist abgelaufen. Ihre Artikel/Typologien erinnern an Psychosomatikessays von früher, aus der Epoche, bevor die Evidenzbasierung aufkam.

    Viele Grüsse

    Horst Haupt

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  3. Frau Becker schreibt ja im Grunde seit vielen Jahren immer wieder den gleichen Artikel mit jeweils nur geringfügigen Anpassungen. Wäre diese "Babyschrittchen-Evolution" in der Wissenschaft die Regel, dann würden wir heute noch immer in Lehmhütten hocken und an den schwarzen Blattern zu Grunde gehen. Wer - wie Frau Becker in besagtem "HIV&more"-Artikel - "MzF"-Transsexuelle heute noch immer irgendwo zwischen "konflikthafter Homosexualität", "gescheiterter Männlichkeit" und "entgleister Perversion" einordnen will, der scheint irgendwann zu Krafft-Ebings oder spätestens Gevatter Freuds Zeiten stehen geblieben zu sein. Wie sagte der Neurowissenschaftler, Nobelpreisträger und Psychoanalytiker(!) Eric Kandel so schön: "Freud ist tot. Sie sollten ihn ruhen lassen und weiterziehen."

    Das Problem ist, dass transsexuelle Menschen in der ihnen aufgezwungenen Abhängigkeit von Indikationen und Gutachten und in ihrer leider oftmals völligen Unaufgeklärtheit über den "Psycho-Krams" (viele können nicht mal Psychiater, Psychotherapeuten und Psychologen auseinander halten) leichte Beute für lukrative Langzeittherapien und "gutachterliche" Exzesse sind. Solche Pfründe gibt niemand freiwillig auf - erst recht nicht, solange Krankenkassen transsexuellen Menschen diese "Therapien" geradezu hinterher werfen, wie in dem LSG-Urteil ja auch schön zu lesen ist. Da macht es dann auch nichts, wenn man (pseudo-)wissenschaftlich auf dem Stand von vorvorgestern verharrt. Solange die "Patienten" den Unsinn fressen...

    An dieser Stelle wären dann eigentlich auch die Betroffen selber mal in der Pflicht, sich zu informieren und von "Gurus" wie Becker oder Pfäfflin zu emanzipieren. Doch irgendwie passiert das nicht. Stattdessen wird in einschlägigen Internetforen ein dermaßen antiquierter Psycho-Käse verbreitet, dass jedem in diesem Bereich nur halbwegs gebildeten Menschen die Haare vor Schreck zu Berge stehen. Man hat auch dort oft das Gefühl, eine Zeitreise in längst vergangene Epochen unternommen zu haben...

    Damit das, was die Neurowissenschaften heute hervorbringen, auch einen Nutzen haben kann, müssen auch die Betroffenen selbst langsam mal ihre vier Buchstaben anheben, ihre chronifizierte Unmündigkeit ablegen und den Weg aus der Vergangenheit in die Gegenwart antreten. Ansonsten bleibt das alles nur Wind vor der Hoftür und am Ende wird dann doch wieder mit Becker, Pfäfflin und Co. gekuschelt... Und dafür, sehr geehrter Herr Haupt, wäre ihre Arbeit dann doch einfach viel zu schade.

    Herzliche Grüße,

    eine frustrierte Anonyme

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  4. Neben dem unverschämten Festhalten an psych. Störungen bei TS frage ich mich seit längerem, warum niemand die Damen und Herren Verursacher (Beier, Becker, Pfäfflin und Co) strafrechtlich belangt. Zum einen müsste es bei jedem "behandelnden" Psychotherapeuten, der eine Genitaluntersuchung vornimmt eine Strafanzeige geben, ebenso beim MDK, dessen Ärzte sich dort allzu oft an den Genitalien der TS-Menschen aufgeilen. Weitere strafrechtliche Relevanz liegt vor bei den Leitautoren, die ewig Gestrige Theorien vertreten. Sie unterschlagen Gelder (der Krankenkassen) für eine unsinnige "Arbeit" mit schädigendem Charakter für die Betroffenen. Nebenbei bemerkt ist so manche Psychotherapie teurer als die OP. Psychotherapie dürfte nach Auslegung der Therapie-Richtlinien auch gar nicht genehmigt werden. Warum erhalten Betroffene keine Entschädigung für Zwangsoperationen vor dem Urteil von Januar 2011? Ebenso müsste eine Forderung einer Entschädigung für "Zwangspsychotherapie" ins Rollen kommen. Am besten erfolgt so eine Entschädigung aus Staatsmitteln mit Beteiligung der Verursacher (Pfäfflin und Co). Über das Geld könnte Staat und Psychotherapeut lernen, nicht so einen groben Unfug durchzuführen. Vielleicht führt dies zur Vernunft.
    Interessant wäre auch eine psychiatrische Untersuchung der Verursacher. Bei jedem Einzelnen kämen interessante Dinge zum Vorschein und ich bin überzeugt, deren Diagnose-Katalog sprengt den Rahmen dessen, was jeder "TS-Patient" angedichtet bekommt...

    Viele Grüße,
    ein frustrierter Anonymer

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  5. Dass die Psychopathologisierung gestoppt werden soll, finde ich klasse.
    Wichtig wäre zudem das Personenstands- und Vornamensrecht zu liberalisieren.

    Zudem fehlt mir noch die Differenzierung, denn TS ist nicht gleich TS.
    Relativ wenige "transsexuelle Menschen" scheinen eine gesamtkörperliche Diskrepanz zu fühlen - auch auf Nachfragen nicht.

    Wie erklärt sich das neurologisch, dass für viele ihr gesamter Körper nicht so wichtig ist und sie mit einer "gesunden Einstellung" damit klar kommen können - also auch so als Frau leben können, während es eine wohl eher kleine Anzahl Menschen förmlich zerreißt, weil sie tagein tagaus eine quälende Zerrissenheit fühlen, ein Verlangen nach ihrem wahren weiblichen Körper (oder eben männlichen Körper)?

    Liebe Grüße

    Keydie Lyn

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    1. Zum Thema Psychopathologisierung stellen sich mir jedoch gerade einige Fragen...

      Was ist z. B. mit jenen Menschen, die aus einer (anti-)hypersexuellen Motivation heraus den sog. "transsexuellen Weg" als Lösung für ihr Problem sehen?

      Was ist mit den vielen Menschen mit den anderen Motivationen, die NICHT auf der gesamtkörperlichen Diskrepanz (bsBDS) beruhen und den "transsexuellen Weg" als die einzige Lösung ihrer Probleme sehen?

      Eine Geschlechtsidentitätsstörung gründet doch auf den sozialen Geschlechterkonstrukten dieser Gesellschaft.
      In einer anderen Gesellschaft können diese Konstrukte schon wieder ganz anders aussehen.
      Alleine aus diesem Grund finde ich es schon absurd jemanden deshalb eine Geschlechtsidentitätsstörung anzuhängen.

      Ich denke, viele sind auch gar nicht geschlechtsidentitätsgestört, die mit dem bsBDS ohnehin nicht, denn da liegt ja ohnehin ein gesamtkörperliches Problem vor und kein psychisches.

      Nicht wenige werden ein ganz anderes Problem haben, dass sie belastet... - zum Teil wohl auch psychisch, zum Teil wohl auch sehr massiv.

      Die einzige Lösung wird dann von nicht wenigen offensichtlich darin gesehen aus den bestehenden sozialen Geschlechterkonstrukten auszubrechen. Vermutlich fühlen sich viel mehr Menschen durch diese eingeengt als man annehmen mag.

      Viele teilen ihre Persönlichkeit oder die Facetten ihrer Persönlichkeit in männliche und weibliche Anteile auf anstatt sich als Ganzes zu sehen und als Ganzes zu agieren.
      Stattdessen wird immer ein Teil der Persönlichkeit weggeschlossen, während der andere Teil ausgelebt wird.

      Ich stelle mir das auf Dauer sehr quälend und auch sehr anstrengend vor.

      Auch ich habe viele gegensätzliche Facetten. Ich nehme aber keine Aufteilung nach weiblich und männlich vor. Wozu sollte das gut sein?
      Jede Facette meiner Persönlichkeit darf jederzeit sein, es dürfen auch mehrere Facetten gleichzeitig sein... - so, wie ich eben bin.

      Wie sollte ich mich dann noch als Ganzes sehen können, wenn ich mich z. B. in weiblich und männlich aufspalten würde (natürlich rein nach MEINEN Ansichten, was für MICH gemeinhin weibliche und gemeinhin männliche Eigenschaften sind) und diesen Anteilen womöglich auch noch Namen geben und DANN von mir auch noch in der 3. Person reden würde?

      Wenn ich dann das eine bin, versage ich mir gleichzeitig das andere zu sein?
      Wenn ich also das eine bin, erlaube ich mir dieses und jenes zu tun und wenn ich das andere bin nur welches?

      Zumal, wenn man bedenkt, dass Handlungen KEIN Geschlecht haben...

      In meinen Augen kann es auf Dauer nicht gesund sein immer einen Teil von sich wegzusperren.

      Auch, wenn man die generelle Psychopathologisierung abschafft, bleiben doch immer noch genug Menschen, die Probleme haben und versuchen werden diese über einen "Geschlechtswechsel" zu lösen.

      Liebe Grüße

      Keydie Lyn

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    2. Zunächst: wir wissen fast nichts über die Häufigkeit von TS / TG. Es gibt keine Studien dazu. Nur Vermutungen.

      In der Neuropsychologie ist es häufig der Fall, dass Symptome in vielfältigen Formen vorkommen. Ich erlebe bei KlientInnen viele Formen von neuropsychologischer Geschlechtskörperdissoziation, auch Formen, wo KlientInnen sagen, sie merkten nichts davon, etwa weil sie ihren Körper überhaupt wenig spüren („Ich bin mehr Geist als Körper“). TS weist eine riesige Vielfalt auf (TS = besondere Sammlungen von Varianten). Dazu gehören auch KlientInnen, für die Transgender-Themen absolut im Vordergrund stehen und die keine Körperdiskrepanz wahrnehmen. Die keine körperliche Angleichung wollen. Das kann sich im Laufe der Biographie zwar ändern. Oder auch nicht. Neuropsychologisch geht man mit der Vielfalt gelassen um und konzentriert sich auf solche KlientInnen, die Unterstützung wollen. Es gibt bei jeder Neuro*-Symptomatik abortive Formen. Die können sogar zahlenmässig insgesamt überwiegen. Es gibt „TS-light“. Genetische Varianten …

      Bei jeder Symptomatik in der Medizin kommt es vor, dass psychogene Symptome eine Rolle spielen können. Ob bei Epileptikern, Tremor, überall. Es gibt Leute die habe jede Woche einen einen psychogenen Anfall, der einem Grand-Mal-Anfall täuschend ähnlich sieht. 20% der Anfälle bei Epileptikern sind sowieso psychogen. Möglich, dass es das auch bei Transsexualität gibt. Ich habe damit keinen Stress, denn jede/r hat ja die Verantwortung für seinen/ihren eigenen Körper. Ich sage niemandem: „Sie sind transsexuell!“ Auf entsprechende Anfragen, ob ich als Psychiater ihn/sie für transsexuell halte, antworte ich immer: „Das müssen Sie doch selbst wissen. Ich kann nicht in Sie hineinschauen. Ich kann Ihnen ev. helfen, es für sich herauszufinden. Aber das Urteil fällen Sie alleine. Und Sie sind auch für die Folgen alleine verantwortlich.“ Wie käme ich dazu etwas zu behaupten, was nur der / die KlientIn weiss und sagen kann? Bei psychogenen Konstellationen sind die Motive verborgen. Da können Probleme und Problemlösungsversuche dahinter stecken. Möglich. Damit kann ich als Begleiter/Betreuer gut leben, Ich verlange sowieso nie Seelenstriptease. KlientInnen entscheiden, was sie mir erzählen und was nicht. Als Verhörleiter bin ich völlig ungeeignet. Wegen ein paar möglicher psychogener TS braucht man die Anderen jedenfalls nicht mit Pseudogutachterei und Alltagstestzauber zu quälen.

      Dann gibt es noch Leute mit echten psychischen Problemen, bei den sich die (neuropsychologische) TS-Symptomatik mit der psychiatrischen Symptomatik vermischt. Beispiel: KlientInnen mit Asperger, Schizophrenie, Persönlichkeitsproblemen, Alkohol und und und … Der Wechsel ist meist komplizierter und dauert länger als bei kerngesunden transsexuellen Frauen/Männern. Das ist also eher ein quantitatives Problem.

      Es gibt meiner Meinung nach kein männlich oder weiblich, weder hormonell, hirngeschlechtlich, chromosomal-genetisch-epigenetisch, gonadal oder genital. Es gibt nur männlich bis weiblich. Grosse Penisse, Minipenisse, Androgen-Rezeptorvarianten, genetische Polymorphismen, viele Zellen im Bed-Nucleus, nicht so viele Zelllen im Bed Nucleus … Bei jedem Menschen eine bunte Mixtur. Jede/r von uns ist irgendeine intersexuelle Zwischenform, ob TS oder nicht. TS sind besondere Sammlungen dieser Varianten. Auch Persönlichkeiten können männlich bis weiblich sein. Irgendwo auf dem Spektrum findet sich jeder von uns wieder. Das ist zu akzeptieren, wie und wo es eben ist. Aus neuropsychologischer Sicht haben Handlungen kein Geschlecht, das Denken aber auch nicht. Die Exekutivfunktionen und das Gedächtnis kennen ebenfalls kein männlich oder weiblich.

      Liebe Grüße

      Horst Haupt

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    3. Sehr geehrter Herr Dr. Haupt,

      da meine Antwort doch etwas länger ausfiel und die sich daraus ergebende Anzahl der Kommentare Ihren Blog sprengen würde, erhalten Sie – wie sie vorschlugen - meine umfangreichere Antwort auf ihren obigen Kommentar in einem PDF-Dokument, welches >>> hier <<< aufgerufen bzw. heruntergeladen werden kann.


      In meiner Antwort gehe ich u. a. auf das Crepe ein, ein Wort, dass sich aus dem Wort DisCREpancy, welches in bsBDS enthalten ist und auch englisch ausgesprochen wird, ableitet. Das Wort Crepe umschreibt quasi den Gefühls-Cocktail, dem man sich laufend ausgesetzt sieht, wenn man vom bsBDS betroffen ist.
      Der Vorteil einen prägenden eindeutigen Begriff zu haben wäre, dass man nicht laufend lange umschreiben muss was das Crepe bedeutet. Womöglich lässt sich da noch ein besserer Begriff finden.


      Ein besonderes Problem haben ggf. die Menschen, die sich – wenn sie sich fallen lassen – stereotyp gegensätzlich zu dem verhalten, was man aufgrund ihrer optischen geschlechtlichen Grundaussage erwarten würde.
      Es gibt also z. B. Menschen, die vom äußerlichen her offensichtlich ein Mann sind, sich aber stereotyp eher feminin verhalten, auch hinsichtlich Mimik, Gestik, sowie (Fein-)Motorik...
      Diese Betroffenen haben aber nicht zwangsläufig das bsBDS, fühlen also KEIN Crepe.

      Daraus kann sich eine Zwickmühle ergeben, die darin enden könnte, dass sich diese Betroffenen, obwohl sie das Crepe NICHT fühlen, dennoch somatischen Maßnahmen unterziehen, weil sie sich sonst in dieser Gesellschaft nicht fallen lassen können, nicht sie selbst sein können.


      Es kommt offensichtlich immer wieder darauf an, ob ein Mensch sich in dieser Gesellschaft traut einfach nur er selbst zu sein... - unabhängig von den bestehenden Geschlechterkonstrukten und ob er es dabei schafft etwaige Konsequenzen aus seinem sozialen Umfeld auszuhalten, die sich für ihn dann ggf. ergeben.
      Nicht wenige fühlen sich durch die bestehenden sozialen Geschlechtsrollen – wie es scheint – in ihrem Sein unterdrückt und in ihrer Freiheit eingeschränkt.

      Die weibliche soziale Rolle z. B. scheint für nicht wenige Männer... - oder vielleicht auch Weibsmänner? (warum sollte es die nicht geben, wo es doch auch Mannsweiber gibt?) - DIE Möglichkeit zu sein, um sich ENDLICH fallen lassen zu können, um ENDLICH sie selbst sein zu können.

      Was mich dabei jedoch immer wieder verwundert und irritiert ist, dass auch diese femininen Männer, die ja gerade auch ihre Gefühle endlich ausLEBEN dürfen wollen, immer wieder in die Rationalität abdriften und alles derart verdenkrationalisieren, dass sie zu Schlussfolgerungen kommen, die sie zu seltsamen Ergebnissen und Entscheidungen führen, anstatt einmal mehr auf ihr Gefühl, ihre Intuition zu „hören“.


      Folgende Links zum Thema, die auch im PDF-Dokument zu finden sind, möchte ich gerne auch direkt hier anbringen:

      experto.de - Unterschiede im Sozialverhalten von Katern und Katzen

      Wie lässt sich z. B. diese Verteilung erklären?
      aspergia.de - Auswertung EQ <> SQ
      Hiernach wäre ich Extreme E.

      Liebe Grüße

      Keydie Lyn

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  6. Hallo Herr Haupt,

    in einem Forum lief mir folgender Text über den Weg:

    Anonymisiert1 schrieb:
    Ich selber wäre Froh wenn das Wort Trans Und Transsexuell abgeschafft würden, dann alleine schon das Wort, irritiert immer die Menschen und stellen es mit der sexualität Gleich, und das nervt einfach nur, ebenso wird TS immer TV verwechselt alleine schon dafür, sollte das Trans nicht mehr geben.

    Anonymisiert2 antwortete:
    Ja - gerne...
    Selbst die Bezeichnung "transsexueller Mensch" ist schon äußerst uneindeutig.

    Also... - für Menschen wie mich z. B. - die mit der gesamtkörperlichen Diskrepanz, die ihren gesamten Körper um seiner selbst willen angleichen/rekonstruieren (lassen), um die daraus resultierende quälende Zerrissenheit und den Leidensdruck daraus zu linden, könnte man ja - wie V. vorschlug - den Begriff bsBDS (brain sex Body Discrepancy Syndrome) verwenden.

    Dann wäre das zumindest schon einmal sehr eindeutig.

    Ich hätte mit der Bezeichnung absolut kein Problem, denn es passt ja wie Faust auf Auge.
    Zudem BIN ich ja nicht bsBDS, sondern ich HABE es, denn es ist ja ein Syndrom.
    Sollte es eine bessere Bezeichnung geben, kann man das ja immer noch anpassen. Aber es gibt wenigstens schon einmal eine Bezeichnung für mein Problem, die passt.

    Dann müsste man jetzt nur noch einen Begriff für die anderen finden, die KEINE gesamtkörperliche Diskrepanz fühlen/haben.

    Was könnte man da nehmen? Was würde gefallen?

    Wobei ja selbst alle die, die keine gesamtkörperliche Diskrepanz fühlen bzw. haben, ja auch nicht alle aus der gleichen Motivation heraus den "transsexuellen Weg" gehen.

    Man müsste also ggf. nach den Motivationen gucken und schauen, welche Bezeichnungen da passen könnten.

    Ich setzte "transsexuell" etc. immer in Anführungszeichen, weil es ja nicht wirklich eindeutig ausdifferenziert ist bzw. weil die Motivationen der Menschen, die in diese "TS"-Schublade geworfen werden, ja doch ganz offensichtlich total verschieden sind.

    Man sollte wirklich sehen, dass man neue Bezeichnungen findet.

    Viele Grüße

    Anonym

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  7. lieber herr dr haupt,
    ich habe ihren vortrag in wien gehört und war sehr tief bewegt. ich ich war sehr glücklich über ihre ausführungen, die wie ein bollwerk gegen alle gemeinen verdächtigungen stehen --danke ihnen für diese arbeit, die sie tun! hoffentlich leiten diese klaren fakten den notwendigen paradigmenwechsel auch in der behandlung ein. natürlich gibt es jetzt kräfte, die in aller eile versuchen die alten "standards" eilig zu zementieren. in wien wird gerade an ministeriellen "empfehlungen" gearbeitet. ich habe persönlich von einem teilnehmenden "experten" gehört, dass er es nicht zulassen wolle, dass die krankheitswertigkeit der transsexualität wegfällt. man kann sich also vorstellen in welche richtung da gearbeitet wird. was sie auf den tisch gelegt haben bewegt mehr als im moment sichtbar wird.
    herzliche grüsse aus wien
    conny

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    1. Liebe Frau Conny

      Ich freue mich sehr über Ihr ehrliches Feedback zur Fachkonferenz in Wien.

      Mir gegenüber, als Referenten, wurden natürlich solch klare (Teilnehmer)"Experten"-Statements – wie Sie berichten – nicht geäussert. Im Gegenteil: explizit auf das Thema Entpathologisierung angesprochen, zog „man“ sich stets ohne bzw. mit ausweichender Antwort rasch zurück.
      Mein diesbezüglicher Eindruck deckt sich also (leider) voll mit dem Ihren.

      Man versucht an allen Ecken und Enden die Geschlechtsdysphorie zu verankern und damit die Pfründe weiterhin zu sichern. Die Sexologen-Analytiker-Netzwerke lassen nichts unversucht und leider „schweigen die Lämmer“. Da wird in gut vorbereiteten und koordinierten Aktionen weltweit der Versuch unternommen, über WPATH, APA, WHO, AWMF und und und … transsexuellen Menschen das psycho-gestört-Label weiter anzuheften/-dichten. Nur wenige transbewusste Menschen schreien auf, von den Transaktiven ganz zu schweigen.

      Wo bleiben Trans-Power und Trans-Pride?

      Herzliche Grüße vom Vierwaldstättersee
      Horst Haupt

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  8. Nicht nur in Österreich arbeitet man an neuen "Empfehlungen", auch in Deutschland herrscht diesbezüglich rege Betriebsamkeit, wie man an der folgenden Leitlinienanmeldung bei der AWMF sehen kann:

    http://www.awmf.org/leitlinien/detail/anmeldung/1/ll/138-001.html

    Ganz offensichtlich verfolgt man hier nun den "pfiffigen" Ansatz, nicht mehr die Transsexualität selbst "behandeln" zu wollen, sondern das aus dieser resultierende "geschlechtsdysphorische Erleben". Damit wird es dann mehr oder weniger irrelevant, ob Transsexualität nun als psychische Störung gilt oder nicht, denn Transsexualität ist dann ja nurmehr Ursache für die behandlungsbedürftige psychopathologische Auffälligkeit "Geschlechtsdysphorie". Auf diesem Wege erreicht man dann gleich auch noch einen weiteren Effekt: man erhält psychiatrischen/psychotherapeutischen Zugriff auf intersexuelle Menschen, die sich gegenüber ihrem "Aufzuchtgeschlecht" (so nennt es z.B. Bosinski in seinen Veröffentlichungen) als "dysphorisch erleben" und dieses "Aufzuchtgeschlecht" dann möglicherweise "wechseln" wollen. Diese Richtung deutet sich u.a. in der Stellungnahme von Bosinski an den Deutschen Ethikrat zum Thema "Zur Situation von Menschen mit Intersexualität in Deutschland" an (http://www.ethikrat.org/dateien/pdf/bosinski-stellungnahme-intersexualitaet.pdf). So schreibt er dort:

    "9. Rollenunsicherheiten oder Anzeichen einer Geschlechtsdysphorie sollen rechtzeitig erkannt werden und dann Gegenstand sexualmedizinisch-kinderpsychologischer Diagnostik und Therapie sein, die sich bezüglich ihrer Ziele jeweils am Einzelfall orientieren muss. Wenn der Patient (z. B. vor oder in der Pubertät) den Wunsch nach einem Geschlechtswechsel äußert, sollte in jedem Fall ein psychotherapeutisch begleitetes Transformationssetting angeboten werden, damit der Betreffende sicher ist, die richtige Entscheidung zu treffen."

    Am Ende hat man dann eine Leitlinie, die aufgrund ihrer Klassifizierung als "S3" wichtig genug wirkt, um nicht missachtet zu werden, und die flexibel genug ist, jedwedes "geschlechtsdysphorische Erleben" völlig unabhängig davon, ob die Ursache für dieses "Erleben" nun als psychisch oder biologisch klassifiziert ist, der "bewährten Behandlung" in Form von "Alltagstests", Psychotherapien etc. zuzuführen. Versieht man dieses Konstrukt dann noch mit einer zeitgemäßen Phraseologie ("multimodales Behandlungskonzept" etc.), dann liegt man auch voll im Trend einer psychohypochondrischen Gesellschaft wie der unseren und wird - mit Ausnahme von ein paar "chronisch querulatorischen" Betroffenen (und vielleicht einem ebenso "chronisch querulatorischen" Psychiater namens Haupt?) - kaum ernsthafte Kritik ernten und kann seelenruhig unter einer neuen, modern und politisch korrekt anmutenden Flagge auf altem Kurs weiter segeln.

    Man könnte auch sagen: Im Westen nichts Neues.

    Herzliche Grüße,

    Die frustrierte Anonyme

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    1. Grauenhaft was ich hier lese und wiedermal ersichtlich, dass eindeutige Forschungsergebnisse ignoriert werden.
      Es ist für einen Menschen, welcher tatsächlich eine Diskrepanz zischen Körper und Hirn hat, keinesfalls egal, ob Transidentitä als psychische Störung gild oder nicht. Es bleibt in der Bevölkerung eine Störung, solange dem nicht eindeutig wiedersprochen wird. Es geht ja nicht nur darum, den Weg gegen zu können, sondern auch als Geburtsfrau angesehen zu werden. Denn TS Frauen, welche unter dem brain sex body discrepancy syndrome leiden, SIND Frauen. Sie entscheiden sich nicht welche zu sein. Diese machen nur die Männer, welche sich entscheiden Frauen ZU WERDEN! Leider Gottes sind Diese weit in der Überzahl und verdrängen die Bedürfnisse von den gehirngeschlechtlichen Frauen. Da etabliert sich eine Lobby, welche mir die Tränen in die Augen treibt.
      Es geht nicht darum, wie jemand leben darf. Es geht nur um die Wahrheit. Es ist ein erheblicher Unterschied, ob jemand unbedingt als Frau leben möchte, oder immer schon eine war.
      Den Alltagstest, auch Zombitest und Rocky Horror Picture Show (Spießrutenlauf), kann ohne Leid nur derjenige ohne extremes Leid ertragen, welcher keine Ganzkörperliche Diskrepanz aufweist. Diese kann aber auch nur eine Gehirngeschlechtliche Frau nachfühlen (wenige Männer, Dr Haupt gehört dazu).
      Eine "Wunschfrau" hat die Wahl und kann entscheiden, ob es der richtige Weg ist. Eine gehinrnbiologische Frau hat diese Entscheidung nicht, sie ist vorgegeben. Sie braucht nicht das Geschwafel von selbternannten Trans-Therapeuten über sich ergehen lassen umd zu wissen, ob die Entscheidung richtig ist.
      Und genau HIER muss es Unterschiede geben, weil sie einfach existieren.
      Wir sind weder körperlich krank, noch psychisch. Wir brauchen, wenn wir rechtzeitig die richtige Hilfe bekommen und verbnümpftig in der Öffentlichkeit aufgekärt werden würde, WEDER Psychotherapie NOCH ein MDK Gutachten. DAS mach uns krank!

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  9. Hallo Herr Dr. Haupt,

    ist Ihnen zufällig schon gewahr geworden, dass sich die NEUEN "transsexuellen" Menschen mittlerweile etabliert und durchgesetzt haben bzw. kurz davor stehen sich endgültig durchzusetzen?

    Dass also die neuen TS keine TS mehr sind und die bloße Behauptung für den Lifestyle-Wechsel logisch erscheint?

    Hierzu auch mein aktueller Blog:
    http://keydielyn.blogspot.de/2012/11/die-neuen-transsexuellen-menschen.html

    Diejenigen mit einer gesamtkörperlichen Diskrepanz sind eine Minderheit in einer Minderheit.

    Die Minderheit in der Minderheit droht gerade sang- und klanglos unterzugehen.

    Wir, die Minderheit in der Minderheit, die mit einer gesamtkörperlichen Diskrepanz (= brain sex body discrepancy syndrome (bsBDS), welches offensichtlich auch Ihrer Definition von Transsexualität entspricht), werden künftig vermutlich diejenigen sein, die als geschlechtsidentitätsgestört gelten.

    Alle anderen, der große Rest, die ein soziales Geschlechtsrollenproblem haben, sind dabei sich von der psychopathologisierung zu befreien. Sie werden künftig als "normale" Frauen und Männer gelten.

    Die Mehrheit der Minderheit hat beschlossen, dass sie keine (oder auch nur ganz wenige als Mittel zum Zweck) somatischen Maßnahmen benötigen.

    Vielleicht finden sie, dass ich übertreibe. Aber ich habe da leider ein ganz, ganz, ganz übles Gefühl und ich stehe damit nicht alleine da.

    Bitte helfen Sie uns!

    In Verzweiflung

    Keydie Lyn (keydie.lyn@bsbds.org / keydie.lyn@live.de)
    i. A. Annika Stey
    i. A. Stefanie Rausch
    i. A. Vanita Cabral (vanita.cabral@bsbds.org)
    i. A. Alana Muro
    i. A. Selina Noetzel
    i. A. Isabel L.
    i. A. Jessica S.
    i. A. Kim-Sophie Lüders (kim.sophie@t-online.de)
    i. A. Kerstin Maier (maierkersin76@yahoo.de)
    ... und weitere...

    P.S.: Ich wurde von allen autorisiert die Namen i. A. in dieser Form darunter zu setzen.

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  10. Hallo Frau Lyn
    Sie haben völlig recht, transsexuelle Menschen werden derzeit wieder einmal übel verschaukelt.
    Diesmal durch eine grosse Koalition von
    -Sexologen-Analytiker-Netzwerken (Honorarsicherung bis auf weiteres)
    -altgedienten Trans*AktivistInnenInnen, die froh sind, dass ja alles soooooo viel besser ist als früher
    -FunktionärInnen in den grossen Trans*-Organisationen; diese schweigen und in stillem oder auch offenen Einverständnis mit den Sexologen-Analytiker-Netzwerkern gegen die Psychopathologisierung nichts unternehmen (erstreckt sich bis hin zu TGEU)
    -Trans*Karrieristen, die auf dem Trans*-Ticket EU-Karrieren machen.

    Minderheit: Transsexuelle Menschen sind als transsexuelle Menschen in der absoluten Mehrheit.

    Transsexuelle Menschen sind für mich als medizinischem Casemananager die wichtigste Gruppe. Zum Thema Transsexualität gibt es auch die meisten Studien. Das ist für mich sehr wichtig, denn einer meiner wichtigsten Kritikpunkte an den traditionellen Konzepten von „Therapie“ ist ja, dass die Sexologen Glaubenssätze verfolgen, aber nicht studiengestützt arbeiten. Sie glauben fest an ihren heiligen Kühe wie den Alltagstest und ihre entwürdigende Pseudogutachterei.

    Es geht nicht um „Therapie“, sondern um medizinische Angleichung und persönliche Adaption der Lebensweise entsprechend dem Hirngeschlecht. Dazu passt sehr schön, was Sie in Ihrem Blog geschrieben haben: " Nein - Dr. Suporn ist kein Gott - wie es gerne mal behauptet wird. Er gab mir einfach das, was ich brauchte - mehr nicht."
    Genau darum geht's. Einfach und klar.

    Was kann man tun? Auf alle Fälle braucht's mehr Militanz von transbewussten Menschen (ich lehne den Betroffenen-Begriff ab, das ist mir zu passivierend a la MS-Betroffene, Brustkrebs-Betroffene; s. Schicksal), um in diesem TG/TI-Einheitsbrei nicht unterzugehen und um mit Menschenrechtsverletzungen z.B. wie Geschlechts-Fleischbeschau bei „Begutachtungen“ aufzuräumen.

    Wenn man derlei engagiert angeht, stehen die Chancen nicht schlecht. Denn die anderen wissen, dass sie verloren haben. Sie zögern es halt raus.
    Haben Sie Ideen? Was diskutieren Sie?

    Herzlichst

    Horst Haupt

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  11. Sehr geehrter Herr Dr. Haupt,

    als erstes möchte ich ihnen sehr für ihre Arbeit danken, denn ich weiß sehr gut, das sie sich damit sicher nicht nur Freunde machen.
    Mir ist auch nicht entgangen, das erst kürzlich ihr Bild und ihr Name von den Seiten des SPD Uri verschwunden sind. Natürlich kenne ich nicht die tatsächlichen Umstände und Hintergründe, aber es passt jedenfalls gut ins Bild.

    Das Problem dem wir uns hier gegenüber sehen, geht meiner Meinung nach weit über die Trans*-Thematik hinaus. Das sogenannte "Gender-Mainstreaming" ist inzwischen (unter der Hand natürlich, und ohne öffentliches Aufsehen) in sämtlichen Bereichen des Alltags eingeführt worden. Grundlage dafür ist die inzwischen falsifizierte These, geschlechtsspezifisches Verhalten sei rein sozialisiert, es gäbe keine neuronal determinierten Unterschiede.
    Vorangetrieben wurde diese Gleichmacherei vor allem durch die Vertreterinnen des Schwarzer-Feminismus, und in der Folge auch von neoliberalen Verbänden, denen die Frauen zu jener Zeit als billige Arbeitskräfte sehr willkommen waren.
    Inzwischen ist es jedoch zu einem Selbstläufer geworden. Einerseits wird postuliert das alle Unterschiede im Verhalten von Mann und Frau prinzipiell nur sozialisiert seien, andererseits soll jedoch die althergebrachte duale Geschlechterordnung um jeden Preis aufrecht erhalten bzw. noch gefestigt werden. Und während man die Kinder, die ganz offensichtlich von dieser Dualität abweichen, also Intersexuelle, einfach Zwangsangleichen kann, ohne irgendwelchen Widerstand fürchten zu müssen, hat man es bei Transsexuellen schon etwas schwerer. Diese treten erst in einem Alter in Erscheinung, in dem sie sich gezielt äussern können, und haben meist auch noch Angehörige die sie zumindest teilweise unterstützen. Also einfach wegsperren und "umerziehen", wie es einige sogenannte "Experten" noch immer gerne tun würden, ist da nicht so ohne weiteres möglich. Daher müssen diese Individuen natürlich aufs strengste kontrolliert und fremdbestimmt werden. Und ich denke nicht zuletzt ist dies eine Funktion des Alltagstest, sicherzustellen das die betroffene Person sich auch ganz sicher im gesamten Umfeld lächerlich gemacht hat, bevor man irgendwelche Maßnahmen einleitet. Denn für unbeteiligte sieht das zwangsläufig immer so aus als hätte sich da jemand ganz spontan entschlossen plötzlich eine Frau werden zu wollen. Es wird also jede einzelne Betroffene unter Zwang dazu missbraucht, der Öffentlichkeit das erwünschte Bild eines Mannes in Frauenkleidung zu präsentieren. Auf keinen Fall möchte man riskieren, das dieses Bild in der Öffentlichkeit ins wanken gerät.
    Und irgendwie ist das sogar verständlich, sind wir doch eine ausgezeichnete Einnahmequelle. Transsexualität gilt ja per se als nicht heilbar, somit hat man als Psychiater keinerlei Erwartungen zu erfüllen. Man kann einen Menschen also jahrelang ohne jeden Erfolg "behandeln", ohne unangenehme Fragen aus den eigenen Kreisen fürchten zu müssen. Und dank der mehr als nur mangelhaften medizinischen Versorgung, sowie der selbsterschaffenen Transphobie, kann man sich darauf verlassen das die Betroffenen lebenslang psychische Probleme haben werden. Das fängt bei Hormonbehandlungen an, die (für jemand mit gewissen Grundkenntnissen) ganz offensichtlich darauf ausgelegt sind den Patienten zu destabilisieren, und hört bei schlampig durchgeführten Operationen nach einer vollkommen antiquierten und längst überholten Methode noch lange nicht auf.

    (Fortsetzung folgt ...)

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    1. Sehr geehrte Frau Rausch
      Gender-Mainstreaming: Sie haben es auf den Punkt gebracht. Ihre soziologische Analyse trifft meiner Meinung nach unbedingt zu. Nach meiner Erfahrung ist dieser Alltagstest völlig überflüssig: wem die Body-Diskrepanz bewusst ist, der wird alles dafür tun, um die körperliche Angleichung so rasch wie möglich umzusetzen. Oft kann erst danach der Wechsel in der Lebensweise erfolgen (etwa nach einer Gesichtsfeminisierung und Nadelepi).
      Wissenschaftlich gesehen ist diese ganze Gender-Theorie eine hohle Ruine. Pure Ideologie ohne wissenschaftlichen Nährwert. Sehr schön dokumentierten dies zwei Videos, auf die mich neulich Kim Schicklang aufmerksam gemacht hat: http://www.youtube.com/watch?v=KQ2xrnyH2wQ&feature=relmfu und http://www.youtube.com/watch?v=9P0PnEEIehc&feature=related .
      In den letzten Jahren haben Ethnologen transsexuelle Menschen als neue Völkerschaft entdeckt und auch auch die tgeu-Wiesen werden von Transgender-Ethnologen bevölkert. Denen ist die Medizin wirklich egal, denn zum switchen brauchen sie keine Mediziner-Dienstleistungen.
      Man muss sich das vorstellen: um sich in Molekularbiologie oder Neurowissenschaft auszukennen, benötigt man neben einem einschlägigen Studium ca. noch 10 Jahre, um da wirklich mitreden zu können. Allein um die apparativen Methoden zu beherrschen (sei es Sequenzierung von DNA Code oder etwa die Arbeit mit High-Density-ERP's), braucht es ziemlich lange und viel Geduld. In unseren Anything-goes-Zeiten geht es auch anders: Ein Transgender-Ethnologe zeigt bei seinem Vortrag über Transphobie lediglich eine Graphik, wie kompliziert und widersprüchlich die Biologie bei Transsexualität ist und plaudert dann über den Biologie-Diskurs der Transsexualität. Und gilt als Experte.
      Aus dieser Ethno-Sackgasse und auch den Sexologen-Irrgärten kann man nur herauskommen, wenn man den Faden Biowissenschaft/Transsexualität weiter führt. In den Tiefen der Gewölbe lagern noch viele Studien - von ähnlichem Gewicht wie die Ramachandrans. Ich glaube ich habe eine Methode gefunden das verständlich aufzubereiten. Ich habe ja in Wien gesagt, ich verstehe mich als Munitionslieferant für transbewusste und transaktive Menschen. Allerdings sehe ich nur wenige transsexuelle Menschen, die wirklich ein Fass aufmachen und sich energisch wehren.

      Body Diskrepanz: ein guter Begriff, aber um so etwas in der Medizin zu etablieren braucht es Jahrzehnte. Ich könnte es unterstützen, da der Begriff von transbewussten und transaktiven Menschen kommt. Aber der Begriff Syndrom ist m.M. nach unglücklich gewählt. Das bedeutet BSBDS=Krankheit. Brain sex body discrepancy symptom kann ich unterschreiben. Das wäre medizinisch gesehen gut und leicht zu argumentieren.
      Da müsste ich allerdings für längere Zeit in die Gewölbe hinunter :-)
      (Fortsetzung folgt)

      Herzliche Grüsse

      Horst Haupt

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  12. (Fortsetzung ...)
    Ich selbst konnte mich diesem System bislang recht erfolgreich entziehen, wenn auch nur unter großen Opfern. Allerdings sehe ich nun keine andere Möglichkeit mehr, da ich die Kosten einer Epilation keinesfalls selbst tragen kann, und selbst tägliches, maschinelles Epilieren nurnoch teilweise Linderung bringen kann. Leider sind die meisten Psychotherapeuten, Psychiater oder Psychologen nichtmal bereit ein Erstgespräch mit mir zu führen. Es sind eben nur sehr vereinzelte, die überhaupt bereit sind sich auch nur ansatzweise mit diesem Thema zu befassen. Denn dann steht man vor einer schwierigen Wahl: spielt man das menschenverachtende Machtspiel der Sexologenmafia mit, und belastet damit sein noch vorhandenes Gewissen, oder hilft man dem Menschen wirklich, und riskiert damit beruflich ins Abseits zu geraten? Ich kann gut verstehen, warum die meisten da gleich von vorneherein ablehnend reagieren.

    Nun, was gäbe es für Möglichkeiten? Gibt es irgendeinen Ausweg aus diesem Dilemma? Eine Chance auf ein normales Leben? Ich sehe momentan leider nur eine vage Aussicht darauf nach langem Kampf eine Minimalbehandlung zu bekommen, und auch die nur dann, wenn ich in jedem anderen Punkt die vollkommen verfehlten "Behandlungsstandarts" akzeptiere.
    Nach mehreren Jahren Kampf geht mir langsam einfach die Kraft aus. Meine Reserven sind lange schon aufgebraucht, und dank der unermesslichen Großzügigkeit des deutschen Harz4-Systems ist es inziwschen schon etwas besonderes, wenn am Ende eines Monats wenigstens noch etwas zu Essen da ist. Da werden selbst 10 Euro Praxisgebühr schnell zu einem unüberwindlichen Hinderniss, von den Fahrtkosten zu diversen Untersuchungen oder dergleichen ganz zu schweigen.
    All diese Dinge haben mich schon vor einigen Monaten zu der Erkenntniss gebracht, das ich für mich und mein Leben nichts mehr erreichen kann. Ein normales Leben werde ich nie führen können, nichtmal ansatzweise. Meine Leben ist, so wie es jetzt ist, definitiv nicht lebenswert, und das wird es unter den gegebenen Umständen auch nie sein.
    Ich kann jetzt nurnoch versuchen alle Hebel in bewegung zu setzen, um für andere die Wege zu beschreiten und Erfahrungen zu sammeln, die anderen später vielleicht helfen können, um es nicht so weit kommen zu lassen. Obwohl ich faktisch noch am Leben bin, sehe ich mich bereits jetzt als Opfer dieses Systems, es ist lediglich noch eine Frage der Zeit.
    So lange wir noch mit Transvestiten und Crossdressern in einen Topf geworfen werden, solange werden auch weiterhin Menschen sterben, jedes Jahr, vermutlich jeden Monat oder jede Woche, irgendwo, allein, hilflos.
    So lange es keine Differenzierung gibt, wird man uns auch weiterhin die Behandlungen verweigern, mit dem Hinweis auf Transvestiten, die ja "auch so" als Frau leben können. Es mag vielleicht abwertend interpretierbar sein, aber ein Mann, der mit seinem männlichen Körper zufrieden ist, und daran nichts ändern möchte, sondern nur Kleidung und Verhaltensweisen des "Gegengeschlechts" annehmen möchte, ist für mich ein Transvestit, ganz gleich was in seinem Ausweis steht.
    Es muss endlich klare Differenzierungen geben, und es muss eine klare Abgrenzung geben zwischen dem körperlichen Diskrepanzgefühl, das wir als bsBDS benannt haben, und den ganzen Klischee- und Rollenbild-Problemen. Denn durch die Vermischung dieser beiden Problembereiche wird es immer nur den kleinsten gemeinsamen Nenner an Behandlungsmöglichkeiten geben, und bei den meisten TG-Menschen geht der medizinische Behandlungsbedarf gegen Null.
    Dieses System tötet Menschen.
    Was kann man dagegen tun? Ich bin ratlos.

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  13. Lieber Herr Dr. Haupt,
    Sie schreiben ja immer wieder, dass Sie für eine "evidenz-basierte" Medizin eintreten. Im Prinzip leuchtet mir das ja sehr ein. Doch ist es nicht so, dass es bei Transsexualität sehr schwer ist, genügend Betroffene zu finden, die auch bereit sind, an entsprechenden Studien mitzumachen?
    Wenn ich an die Endokrinologie denke: Wie soll da eine evidenz-basierte Studie aussehen, wenn die Medikamente für die HRT ja in der Regel an XX-chromosomalen Frauen erprobt werden (und selbst da ja massive wirtschaftliche Interessen der Pharma-Industrie eine wirklich seriöse wissenschaftliche Forschung, die davon unabhängig ist, erschweren)?

    Was halten Sie von der Idee, eine Stiftung zu gründen (ähnlich der Stiftung Warentest), die (im Blick auf TS und ggf. allgemein darüber hinaus) Gelder für evidenz-basierte Forschung bereitstellt? Gibt es so eine Stiftung vielleicht schon? Durch so eine Stiftung wäre m.E. mehr Unabhängigkeit und Seriosität in der Forschung möglich...

    Ich wünsche Ihnen ein paar ruhige und erholsame Weihnachtsfeiertage!
    Dorothea

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    1. Liebe Frau Dorothea
      die Evidenzbasierte Medizin hat beim Thema Transsexualität noch in keiner Weise wirklich Einzug gehalten. Bevor Therapiestudien gestartet und dann auch Überlegungen zu den notwendigen Patientenzahlen pro Studie angestellt werden könnten, muss zunächst einmal allgemein verbindlich geklärt werden, worum es sich bei Transsexualität überhaupt handelt. Es gibt keine ernstzunehmende Evidenzbasierte , allgemeingültige Erkenntnis, was Transsexualität genau ist. Seit den siebziger Jahren stagniert die einschlägige Forschung. Seitens der Sexologen wurden immer wieder Hilfsetiketten wie Gender Dysporie, Gender Identity Disorder, Transsexualismus eingeführt, aber es ist in den letzten 40 Jahren keine wirkliche, umfassende, zunehmend an Evidenz gewinnende internationale Diskussion zustande gekommen. Aktuell haben wir mit der aufgewärmten Uraltetikette Gender Dysphoria eine Art 1970-er Revival. Die Studien, etwa mit neurowissenschaftlichen Fragestellungen, orientieren sich dann letztlich pragmatisch am Kriterium der geplanten oder vollzogenen körperlichen Veränderungen, um transsexuelle Probanden zu identifizieren.
      Die Forschung müsste eher mit kleinen Fallzahlen starten, spricht gut gemachte Fallanalysen wären notwendig, um zu Evidenzbasierte Erkenntnisse bzgl. Transsexualität auf den Weg zu bringen. Also ganz klein anfangen, ist die Devise. Dabei müssten qualitativ-beschreibende (phänomenologische, also Qualiabezogene) und neurowissenschaftliche Ansätze parallel angewendet werden und sich verschränken. So etwa, wie das Ramachandran macht.
      Dabei sind die derzeitigen internationalen EbM-Standards – wie sie etwa die grossen EbM-Organisationen wie Cochrane vertreten – nur eingeschränkt einsetzbar. Transsexualität ist ein besonderes Thema, bei den körperlich-angleichenden Massnahmen geht es um Sein-oder Nicht-Sein. Doppelte Verblindung, Randomisierung und Verum-versus-Placebo sind (z.T. auch aus ethischen Gründen) nicht 1:1 umsetzbar. Fragwürdig ist auch die Evidenzklasse IV (Cochrane), bei der die Expertenkonsensfindung reicht. Seit vierzig Jahren dominiert das internationale Trans*-Sexologennetzwerk und hat sich in allen wesentlichen Gremien eingenistet. Bezüglich Evidenz ist trotz ausgeprägtem Konsens in diesem Netzwerk nicht viel passiert. Nach wie vor prägen überholte Zwangsalltagstests, Therapiezwang, 3-Stufen-Schema und abstruse Trans-Theorien das Groupthink des internationalen Sexologennetzwerks. Und bestimmen damit, was (auch) in Amtsgerichtsstuben gefordert wird.
      Stiftungen: entscheidend wären die grossen Organisationen der Transaktiven. Die kungeln aber lieber mit Sexologen bzw. es haben sich dort Genderisten breit gemacht, also Trans*-light-People, die stolz darauf sind, ohne körperliche Angleichung als Frauen oder Männer zu leben. Es dominieren vielerorten die „Als-Männer“ und „Als-Frauen“. Das Ganze wird mit angestaubten gender-mainstreamenden Judith-Butler-Theorie-Versatzstücken, Rollenphantasien, ethnologischen Diskursmetaphern und Psycho-Slang glasiert. Die existenziellen körperlichen Nöte und Bedürfnisse von transsexuellen Menschen geraten bei dieser Gender-Lifestyle-Mania leicht ins Abseits. Und damit natürlich auch jedes ernsthafte Forschungsinteresse, dass den Interessen transsexueller Menschen wirklich dienlich wäre.
      Genau da wäre anzufangen: ForscherInnen schliessen sich mit forschungsinteressierten transsexuellem Menschen zusammen …

      Liebe Grüsse

      Horst Haupt

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  14. Hallo Herr Haupt,

    ich hatte hier vor ca. 2 Wochen anonym mehrere Kommentare abgegeben. Wann werden diese veröffentlicht? Ich wäre an Ihrer Stellungnahme sehr interessiert...

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  15. Hallo Anonym
    ich habe unlängst mehrere Posts von "anonym" erhalten. Sie wurden genau rezipiert, aber nicht veröffentlicht.

    Bei "TransHealth - Transsexualität ist gesund" handelt um einen Blog (kein Forum) zum den Themen
    1. Menschenrechte von transsexuellen Menschen
    2. Wissenschaftlich-medizinische Sichtweise von Transsexualität ohne Scheuklappen -- State-of-The-Art -- Evidenzbasiert -- Neurowissenschaft usw.

    Das Eintreten für Menschenrechte hat etwas mit persönlichem Mut und persönlichem, offenem Engagement zu tun und verträgt sich schlecht mit dem Sich Verstecken in der Anonymität. Alle DiskussionsteilnemerInnen dieses Blog beherzigen das (in letzter Zeit).

    Es ist zudem in wisssenschaftlichen Diskussionen üblich, sich und seine Positionen offen zu deklarieren, damit die DiskursteilnehmerInnen die Grundsatzpositionen des jeweiligen Diskutanten erkennen und die jeweils aktuell vertretene fachliche Meinung auf diesem Hintergrund nachvollziehen können (es gibt ja keine absoluten Wahrheiten). Wer nur die Spitze vom Eisberg sieht, kann wenig Verlässliches über den Eisberg aussagen. Wissenschaft (und auch Menschenrechte) benötigen Transparenz.

    Daher ist Anonymität (zumal bezogen auf vier Beiträge in Folge) mit den Prinzipien von "TransHealth - Transsexualität ist gesund" nicht kompatibel. Würden Sie sich deklarieren, wäre eine Publikation Ihrer Beiträge und eine ausführliche Kommentierung meinerseits selbstverständlich.

    Horst Haupt

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  16. Lieber Herr Dr. Haupt,
    Wie ich eben erst entdeckte, gab es im Spiegel online (16.12.2012) unter der Überschrift " Kritik an Neuroscans: "Hirnforscher sollten nicht überreizen" eine kritische Argumentation von Felix Hasler zu der Aussagekraft von fMRT.
    Wie beurteilen Sie seine Argumentation? Betrifft das letztlich auch Ihren Aufsatz "Sie sind ihr Gehirn"? Hasler bringt ja ganz erstaunliche Beispiel für Neuroplastizität und spricht sich ja - so wie ich es verstanden habe - für den "freien Willen" aus...
    Wo kommt die Neuroplastizität denn an ihre Grenze?
    Viele Grüße!
    Dorothea

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  17. Karin Blum

    Lieber Herr Dr. Haupt!

    als Mutter eines 22-jährigen TransJungen bin ich Ihnen von ganzem Herzen dankbar für Ihre Arbeit für transbewusste Menschen leisten. Mein Kind steht am Beginn der Transition und hat aber dieses perfide menschenverachtende System, das auch in Deutschland besteht, durchschaut.

    Herzliche Grüße
    K. Blum

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    1. Liebe Frau Blum
      Sie haben recht: menschenverachtende Verhältnisse. Aber: Transaktivist_innen beginnen sich zu wehren. Ein schönes Beispiel ist das Papier von Frau Zwölfer: Es zeigt sehr eindrücklich, dass Transaktivist_innen beginnen, der Medizin auf die Sprünge zu helfen. Bei der Erstellung des Papers haben viele von Transphobie Betroffene in Facebookgruppen mitgewirkt. Wenn man so etwas liest, dann weiss man, das Engagement ist nicht vergeblich.
      Der Link für das Paper von Frau Zwölfer: http://aufwind2012.wordpress.com/2014/06/12/forderungen/

      Alles Gute

      Horst Haupt

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