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Das folgende Interview habe ich der in Deutschland und der Schweiz aktiven Menschenrechtsorganisation ATME gegeben. ATME engagiert sich  politisch für die Menschenrechte transsexueller Menschen und ist Bestandteil eines weltumspannenden internationalen Movements, das unter Anderem für die Vereinten Nationen arbeitet. Die Aktivitäten von ATME sind sehr vielfältig und reichen von der Unterstützung einzelner transsexueller Menschen bei erlittenen Menschenrechtsverletzungen bis hin zur Erstattung regelmässiger Menschenrechtsberichte an die UNO. 
Ich halte es für sehr wichtig, solche Movements zu unterstützen und habe daher sehr gerne dieses Interview gegeben.

ATME: Herr Haupt, Sie sprechen Menschenrechtsverletzungen an transsexuellen Menschen an, die ein medizinisches System erst mit ermöglicht. Nun sind Sie ja selbst Mediziner. Warum engagieren Sie sich für transsexuelle Menschen?
Antwort: Das Thema Menschenrechtsverletzungen hat mich Zeit meines Lebens tief bewegt. Vor allem die Auseinandersetzung mit der Nazizeit und dem Holocaust in meiner Jugend hat mich stark politisiert. Mein Engagement als Psychiater ging deshalb immer auch in Richtung Menschenrechte. Für mich ist – ich formuliere das ganz bewusst so – die „Sonderbehandlung“ transsexueller Menschen durch ein perfides, ausgeklügeltes und zynisches medizinisch-juristisches System, ein Skandal ersten Ranges.
Ich verstehe mich (eher) als wissenschaftlichen „Querdenker“, der nicht nachbetet, was die Angepassten des Mainstreams predigen. Wissenschaft war und ist immer auch parteilich: So oder so. Ich vertrete das Konzept einer engagierten, demokratischen und emanzipatorischen Wissenschaft. Ich bin Psychiater und Wissenschaftler aus Leidenschaft, aber keiner, der sich stromlinienförmig anpasst. Ich war in meinem bisherigen Berufsleben zumeist dann erfolgreich, wenn ich kritisch gedacht und entsprechend gehandelt habe. Ohne Angst, etwas Unpassendes zu sagen oder gegen irgendwelche Mainstream-Normen zu verstossen. Eher erfüllt es mich mit (stiller) Freude und Befriedigung, die Dinge mal gegen den Strich zu bürsten und das „Unsagbare“ (Foucault) zu sagen.

ATME: Was sollte Ihrer Ansicht nach getan werden, um die Missstände in Sachen Behandlung transsexueller Menschen zu beenden?
Antwort: Es gab in den 1970er Jahren einen Spruch: „Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!“. Ich glaube, das ist es. Die beste Reform des Transsexuellengesetzes ist seine „Abschaffung“. Damit meine ich natürlich die Abschaffung seiner entwürdigenden, entmündigenden und transsexuelle Menschen pathologisierenden Regelungen. Gar keine gesetzliche Regelung – das würde noch mehr Rechtsunsicherheit in einer ohnehin extrem transsexuellenfeindlichen Gesellschaft bedeuten. Und ich denke, es lohnt für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung usw. „auf die Barrikaden zu steigen“.

ATME: Sie sind ja einer der wenigen Mediziner, die anerkennen, dass eine transsexuelle Frau eine Frau und ein transsexueller Mann ein Mann ist. Wie begründen Sie ihre Konsequenz?
Antwort: Wenn ich Ihre Frage richtig verstanden habe, dann wollen Sie wissen, wieso ich als Wissenschaftler eine andere Sicht als der sexologische Mainstream habe, welcher nämlich die einfache Formel vertritt: "Penis=Mann, kein Penis=Frau". Damit fällt man auf das wissenschaftliche Niveau der Zeit um 1900 bis 1905 zurück, als Freud seine „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“ formulierte. 100 Jahre später – im Zeitalter der Neurowissenschaft, der Molekulargenetik und einer sozialwissenschaftlich geprägten Psychologie und Medizin – muten solche Auffassungen reichlich überholt an; als Verhaltenstherapeut und Kritischer Psychologe gehe ich davon aus: entscheidend ist letztlich, was Menschen tun. Wie sie handeln. Und transsexuelle Menschen tendieren auf der Handlungsebene grundsätzlich in gleiche Richtung, nämlich – dabei individuell unterschiedlich – bestimmte Körpermerkmale ihrem Gehirngeschlecht anzugleichen – mit beeindruckender Konsequenz und Hartnäckigkeit. Neben dem Spitzer'schen „Sie sind Ihr Gehirn!“ gibt es für mich deshalb noch ein „Du bist in der Tat!“ bzw. „Du bist, was Du tust!“. Und für die Verrücktheit/Krankheit des „transsexuellen Tuns“ existieren keine wissenschaftlich fundierten Belege. Bestimmte „Sexologen“ glauben und verbreiten dennoch, transsexuelle Menschen seien psychisch gestört.
Dieser Glaube scheint nicht erschütterbar, obwohl die Neurowissenschaften und die Genetik in den letzten 10 Jahren klare Hinweise dafür gefunden haben, dass Transsexualität auf einer besonderen, angeborenen, körperlichen „Ausstattung“ beruht – und zwar des Gehirns. Aus neurowissenschaftlich-genetischer Sicht ist Transexualität eine – gar nicht so selten vorkommende – körperliche Normvariante.
Jedoch sollte man sich auf diese neurowissenschaftlich-genetischen Sichtweisen nicht beschränken, denn es gibt beim Menschen keine Natur „an sich“. Es gibt die Gesellschaft – und die individuelle Psyche, quasi als Vermittlungsinstanz zwischen „Körper“ und „Gesellschaft“. Der einzelne Mensch hat zu seinem Körper ein subjektives Verhältnis und handelt entsprechend in der Gesellschaft.
Das bedeutet: Ein transsexueller Mensch muss seine angeborene Geschlechtsidentität und die Transfeindlichkeit (der Gesellschaft) subjektiv „unter einen Hut“ bringen.
Deswegen kann man Transsexualität wissenschaftlich besser begreifen, wenn man sich ihr sowohl Kritisch-psychologisch-psychiatrisch als auch neurowissenschaftlich nähert. Die Transfeindlichkeit und ihre Auswirkungen kann die Kritische Psychologie/Psychiatrie analysieren, die „Natürlichkeit“ von Transsexualität hingegen die Neurowissenschaft und Genetik.
Dies scheint mir ein sinnvollerer Weg zu sein, als weiterhin sexologische Spekulationen zu vertreten.

ATME: Es gibt die Behauptung, wenn Transsexualität nicht mehr als Identitätsstörung definiert wäre, dass die Krankenkassen sich aus ihrer Verantwortung ziehen würden, wenn es um die - für die meisten transsexuellen Menschen lebensnotwendigen - operativen Massnahmen geht. Was sagen Sie dazu?
Antwort: Es gibt ganz klare Gründe, warum Kassen zahlen müssten. Die von Ihnen angesprochene Argumentation geht vom Denkansatz aus, dass Krankenkassen lediglich bei bestehenden, diagnostizierten Krankheiten zahlen müssen, Mann/Frau daher unbedingt eine „Krankheitsdiagnose“ Transsexualität oder GID brauchen würde, um diesbezügliche Leistungen erhalten „zu dürfen“. Man bedenke: für medizinische Massnahmen, wie z.B. bei Schwangerschaft und Geburt, zahlen die Kassen ja auch, denn da gibt es erhebliche gesundheitliche Risiken. Und eine Schwangerschaft/Geburt ist – wie wir alle wissen – keine Krankheit. Man kann das, um beim Beispiel zu bleiben, noch verstärkend auf den Punkt bringen: in der Schweiz zahlen die Kassen auch Schwangerschaftsunterbrechungen, gerade wegen der Risiken.
Entsprechend kann man argumentieren: Transsexualität ist eine Normvariante. Der Prozess der operativen und hormonellen Angleichung hingegen ist extrem risikobehaftet. Die Transfeindlichkeit der Gesellschaft induziert ausserdem gar nicht selten vielerlei Krisen und entsprechende Suizidraten usw. Diese Argumentation hat die internationale Rechtssprechung „beflügelt“ und aufgrund der heute bestehenden internationalen Rechtsnormen (Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte) sind die Kassen „eigentlich verpflichtet“, die Angleichung und auch begleitende Psychotherapien zu finanzieren. Prinzipiell besteht „natürlich immer“ die Möglichkeit, ein Gerichtsverfahren über alle Instanzen bis vor das Strassburger Gericht zu ziehen, um letztlich dann Recht zu bekommen.
Das alles klingt zunächst ganz einfach, jedoch kosten solche Gerichtsverfahren viel Geld und dauern einige Jahre. Die diesbezüglichen Menschenrechtsverletzungen der Kassen und ihrer medizinischen Dienste sowie der nationalen Gerichte sind zahlreich und treffen eher die wenig begüterten transsexuellen Menschen. Denn Betroffene, die es sich leisten können, finanzieren sich die Angleichung oft selbst, um den diskriminierenden Praktiken zu entkommen.
Insofern macht man es sich etwas leicht zu sagen: „Dann klagt doch einfach!“. Dahinter steht eher das politische Problem grundsätzlicher gesellschaftlicher Diskriminierung transsexueller Menschen, und ich meine, das kann nur auf dieser Ebene erfolgreich angegangen werden. Leider gibt es noch viel zu wenig AktivistInnen, die für Menschenrechte wirklich kämpfen.

ATME: Was wären die nächsten wichtigen Schritte, um eine menschenrechtskonforme medizinische Behandlung transsexueller Menschen zu ermöglichen? Gehört dazu auch eine Umklassifizierung in den Diagnosesystemen?
Antwort: Grundsätzlich: das Recht auf körperliche Selbstbestimmung ist durchzusetzen. Das bedeutet: Weg mit den Gutachterverfahren, denn transsexuelle Menschen selbst sind die ExpertInnen. Weg mit Zwangsmassnahmen, allem voran die Zwangskastration und die Zwangs“psychotherapie“. Keine obligatorischen entwürdigenden Zwangs-Alltags-Tests mehr! Wenn transsexuelle Menschen sich ausprobieren und erleben wollen, ob z.B. ihr Passing ausreichend ist, so ist das deren Angelegenheit und Bedürfnis. Es ist einfach zwingend, dass sie selbst entscheiden sollten, was sie in Anspruch nehmen wollen und es dann auch sehr niederschwellig bekommen; die Leistungskataloge gehören entsprechend ausgeweitet. Um die Souveränität ihrer Entscheidungen ernst zu nehmen, ist es wichtig, dass im Zuge des „Outings“ eine rasche Änderung des Geschlechtseintrages/Namens ohne bürokratische Hürden möglich ist.
Nur: dafür müssen auch die transsexuellen Menschen selbst kämpfen. Aus politisch-ideologischen Gründen mischen sich Staat und Kirchen ja gerne ein, wenn es um die Verfügung über den eigenen Körper geht. Das ging der Frauenbewegung in den 1970er Jahren auch nicht anders, die musste sich damals das Recht zum Schwangerschaftsabbruch auch hart erkämpfen: „Mein Bauch gehört mir!“. Heute genügen Beratungen und Konsultationen. Keine Frau, die einen Schwangerschaftsabbruch plant, muss auch nur ein psychiatrisches Gutachten einholen. Und man bedenke, ein Schwangerschaftsabbruch ist ebenfalls etwas „Irreversibles“, um mal das Standardargument der Befürworter von Transsexuellen-“Gutachten“ und „Standards“ in die Diskussion zu bringen.
Zur Umklassifizierung: Ich halte jegliche Klassifikation von Transsexualität als Krankheit, Störung oder Syndrom für komplett überflüssig. Warum sollte man eine körperliche Normvariante als Krankheit, Störung oder Syndrom etikettieren? Es ist unnötig (s. Frage zu Krankenkassen) und ausserdem schädlich, denn es leistet der Pathologisierung transsexueller Menschen Vorschub. Eine nicht-pathologisierende, spezifische Klassifikation der medizinischen Risiken – ähnlich wie beim Kapitel 15 des ICD zu „Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett“ – wäre möglicherweise sinnvoll. In diesem ICD-Kapitel werden unter den Codenummern O00 bis O99 lediglich die medizinischen Risiken aufgelistet, die während einer Schwangerschaft, Geburt usw. vorkommen können.

ATME: Nun gibt es ja immer noch Menschen, die glauben, es gäbe "Geschlechtsidentitätsstörungen", obwohl diese These bis heute nicht wissenschaftlich untermauert wurde. Wie einfach wäre es Ihrer Ansicht nach, beispielsweise ein wissenschaftliches Papier zu erarbeiten, in dem aufgeführt wird, dass der Beweis für die Existenz von "Geschlechtsidentitätsstörungen" bis heute nicht erbracht wurde? Welche positiven Auswirkungen könnte so ein Papier auf die rechtliche und medizinische Situation transsexueller Menschen haben?
Antwort: Für mich ist die Frage wesentlich: „Wie hilfreich wäre es, in der aktuellen Situation solch ein Paper zusammenzustellen?“. Das müsste schon von „Peers“ der Wissenschaft verfasst und publiziert werden. Das Sexologen-Netzwerk ist international gut organisiert, besetzt alle wichtigen internationalen Ausschüsse, bei denen Standards und Diagnosesysteme festgelegt werden; bei politischen Entscheidungen bezüglich Transsexualität werden sie von Ministerien angefragt, sie stehen an vorderster Stelle auf den Gutachterlisten der Gerichte. Das Netzwerk verfügt über starke Machtpositionen.
Theoretisch könnten sich natürlich ein paar MedizinerInnen und PsychologInnen zusammensetzen und ein solches Paper ausarbeiten. Ich fürchte nur, dass das Paper dann als „wissenschaftlich nicht relevant“ eingestuft würde. Man würde das Paper nicht in Journals platzieren können, da das Sexologen-Netzwerk auch die Peer-Reviews sicher im Griff hat.
Angesichts der politischen Dominanz der sexologischen Befürworter von „Geschlechtsidentitätsdiagnosen“ gibt es für mich nur ein erfolgversprechendes Rezept: das politische Movement gegen Trans-Menschenrechtsverletzungen muss an Gewicht gewinnen. Es ist wichtig, dass mehr Betroffene aktiv werden, es muss begonnen werden, Netzwerke unterstützender Mediziner, Psychologen usw. aufzubauen und starke politische Bündnispartner zu gewinnen. Es gibt ja im Bereich auch grosser Gewerkschaften durchaus Interessierte. Wenn dann eine Gewerkschaft wie z.B. ver.di kritische Wissenschaftler mit der Ausarbeitung eines solchen Papers beauftragen und es im Rahmen einer Kampagne verwenden würde, könnte das möglicherweise nützlich sein.

ATME: Oft werden in der Öffentlichkeit, gerade auch in den Medien, transsexuelle Frauen als "Männer, die sich wie Frauen fühlen" und transsexuelle Männer als "Frauen, die sich wie Männer fühlen" bezeichnet. Was sagen Sie dazu?
Antwort: Die Medien geben weiter, was von den diskursbestimmenden SexologInnen vertreten wird: es gebe biologische Männer (Frauen), die sich wie Frauen (Männer) fühlen und daher letzteres über eine Geschlechtsumwandlung werden wollen. Dies – so die SexologInnen-Ansicht – sei Ausdruck einer unheilbaren (=therapieresistenten) psychischen Störung. In nahezu jeder Sendung oder Talk-Show zum Thema können SexologInnen-“Experten“ diese Stereotypen öffentlich verbreiten.
Mein Blog „www.trans-health.info“ beschäftigt sich bewusst mit dem Thema „Transsexualität als gesunde Normvariante“, da die Pathologisierung eine Hauptursache und ein wichtiger „geistiger“ Wegbereiter von massiven Menschenrechtsverletzungen darstellt. Und ich damit aus der Sicht der Kritischen Wissenschaft einen Gegendiskurs initiieren möchte.

ATME: Was sollten Ihrer Meinung nach transsexuelle Menschen selbst tun, wenn sie nicht mehr geschlechtlich fehl zugeordnet werden wollen, wie das ja heute noch der Fall ist (siehe Frage davor)?
Antwort: Wie schon gesagt, es bedarf eines breiten starken Movements transsexueller Menschen, das für die Einhaltung der Menschenrechte politisch kämpft. Ich erlebe allerdings auch, dass viele sich eher arrangieren, ja sogar noch auf ihr cleveres Selbstmanagement stolz sind, und sehr viele resignieren. Durch das Movement können sie stärker und selbstbewusster werden, TransPride als Movement-Kultur entwickeln, um sich nicht länger als defizitär, gestört oder abweichend zu begreifen. Voraussetzung ist ein geschärftes Bewusstsein für Menschenrechtsverletzungen, Mobbing, Diskriminierung, sexuelle Belästigung usw. und eine entsprechende echte kollektive Handlungsbereitschaft.
Frei nach Kurt Tucholsky: „Wer seine Träume verwirklichen will, muss erst mal aufwachen!“.

ATME: Sie sind ja selbst Neurowissenschaftler. Was würden Sie sagen ist das wichtigste Geschlechtsorgan?
Antwort: Es gibt viele Hinweise, dass Transsexualität eine biologisch fundierte Variation des Gehirns, d.h. gesunde Normvariante ist und dass genetische, hormonelle und anatomische angeborene Besonderheiten des Gehirns die Basis von Transsexualität darstellen. Das „Ich bin Mann/Frau“, also die Geschlechtsidentität, ist primär angeboren und dies ist funktionell-strukturell im Gehirn fix verankert.
Gemäss dem Satz von Manfred Spitzer „Sie sind Ihr Gehirn“ ist das Gehirn also das entscheidende Geschlechtsorgan. Diese Aussage hat viel mehr Tiefe, als sie zunächst vermuten lässt. Das Gehirn ist der biologische Träger des „Selbst“, also jener Tiefenschicht unserer Subjektivität, wo die ganz persönlichen, „festen“ Vorstellungen „von mir“ angeboren, verwurzelt und verankert sind, also auch der tiefen inneren Gewissheit, wessen Geschlechts „ich bin“. Dass Teile des Selbst angeboren sind, wird heute auch von der Mehrzahl der PsychoanalytikerInnen akzeptiert.
Hinzu kommt aber noch: Das Gehirn besitzt auch im „Konzert der Organe“ eine alles überragende Bedeutung. Es gibt keinen Körperteil, den das Gehirn nicht steuert. Das Gehirn ist der grosse Dirigent. Das Gehirn besitzt sogar die unglaubliche Fähigkeit, sich selbst zu dirigieren, bei der Neurofeedback-Behandlung macht man sich das zu Nutze. Und daher ist es gesund, dass transsexuelle Menschen die Angleichung von der Logik ihres „Gehirn-Dirigenten“ her begreifen und bestimmte Körpermerkmale ihren Gehirnfunktionen und -strukturen anpassen. Im Penis bzw. der Vagina gibt es nun mal kein „Selbst“. Es sei denn, man geheimnisst in diese Organe etwas hinein. Penis und Vagina werden vom Gehirn aus „dirigiert“ und erst die biologisch angelegten geschlechtlichen Selbst-„Bilder“ im Gehirn geben Penis und Vagina eine tiefe persönliche Bedeutung.